Bd. I · Heft 03 · Mai 2026 Redaktion Bahnen ·
Bahnen Magazin für Neurorehabilitation und Bewegungstherapie — Bd. I —
Über das Magazin

Bahnen — Neurorehabilitation in sechs Feldern.

Bahnen ist ein monatlich erscheinendes deutschsprachiges Fachmagazin zur Neurorehabilitation und Bewegungstherapie. Wir schreiben über die Wiederherstellung motorischer Funktion nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multipler Sklerose und Rückenmarksverletzung, über die Methoden, mit denen Therapeut:innen und Klinik-Teams diese Wiederherstellung versuchen, und über die Evidenzlage, auf die sich diese Methoden stützen — und an welcher Stelle sie sich noch nicht stützen können. Kein Lehrbuch, kein Hersteller-Newsletter, kein Patient:innen-Ratgeber. Ein redaktionelles Magazin, das die Disziplin als das behandelt, was sie ist: eine sich laufend revidierende Praxis.

Der Takt ist monatlich. Sechs Ressorts — Evidenz, Lokomotion, Obere Extremität, Hand & Feinmotorik, Stimulation, Praxis — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jedes Heft füllt alle sechs Felder gleich; manchmal verdichten sich drei Texte um ein neues Cochrane-Review, manchmal hängt eine ganze Ausgabe an einer Klinik-Reportage. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der robotergestützten Gangrehabilitation und in einer Diskussion zur Studienlage der transkraniellen Gleichstromstimulation in der subakuten Phase nach Schlaganfall.

Der Name Bahnen hat zwei Lesarten. Er meint die neuronalen Bahnen, um deren Reorganisation es in der motorischen Rehabilitation seit Jahrzehnten geht — vom kortikospinalen Trakt bis zu den propriozeptiven Schleifen, die ein Therapieerfolg umbauen muss. Und er meint die Bewegungs-Bahnen, die Therapeut:innen in der Klinik markieren: die Gangstreifen am Boden des Trainings-Raums, die Reichweite-Trajektorien beim Armtraining, die Greifmuster-Wiederholungen am Tisch. Bewegung als motorischer Lernprozess, der Bahnen anlegt, stärkt und manchmal stillschweigend wieder aufgibt.

Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen dem, was die Studienlage hergibt, und dem, was im Versorgungsalltag tatsächlich machbar ist. Cochrane-Reviews empfehlen eine gewisse Trainingsfrequenz, der DRG-Pauschalrahmen erlaubt eine andere; RCTs messen Effekte am sechsten Monat, die Reha-Klinik entlässt am vierundzwanzigsten Tag. Wir behandeln Evidenz als das, was sie tatsächlich ist: keine Sammlung fixer Wahrheiten, sondern ein Korpus, der jede Woche von neuen Studien und von der klinischen Praxis revidiert wird. Robotergestützte Verfahren interessieren uns dabei als Werkzeug — als Instrument, das die Therapeut:innen-Arbeit schärft, nicht als deren Ersatz.

Geschrieben ist Bahnen für Physio- und Ergotherapeut:innen in stationären und ambulanten Settings, für Reha-Ärzt:innen, die ihre Verordnungspraxis evidenzbasiert führen wollen, für Forschende und Studierende der Neuroreha-Wissenschaften und für Hilfsmittelversorger und Reha-Techniker:innen, die wissen wollen, was die Studienlage hinter ihren Geräten sagt. Wir setzen Lesefreude an Fachterminologie voraus, aber kein Habilitations-Niveau; eine Professorin wird hier nichts grundsätzlich Neues lernen, eine Berufsanfängerin im dritten Praktikumsjahr vielleicht schon.

Gastbeiträge

Bahnen nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Studien-Review, Methoden-Diskussion, Klinik-Reportage, methodische Polemik — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Kürze ist kein Nachteil, eine sauber aufgelöste Studien-Referenz sagt mehr als drei Absätze Allgemein­urteil, und wer ICF-Sprache spricht, hat schon einen halben Text geschrieben.

Neurorehabilitation ist für uns keine Heilung. Es ist die seltene Disziplin, in der eine hundertfache Wiederholung am Dienstagvormittag eine Funktion wiederherstellt, die ein Schlaganfall am Sonntagabend zerstört hat.